Renaissance: Paris 2054 (2006) – Christian Volckman

Das futuristische Paris im Zeichen expressiver Abstraktion.

Expressionismus GroßstadtEin mächtiger Konzern namens Avalon, hat die Stadt Paris im Jahr 2054 unter seine Kontrolle gebracht. Eine junge Frau, eine Wissenschaftlerin des Unternehmens, wird entführt. Sie forschte im Geheimen für das Unternehmen nach einer Formel. Diese Formel soll es dem Unternehmen möglich machen die absolute Kontrolle zu erlangen. Die Kontrolle über das Leben. Ein Rennen um die Macht in der Stadt beginnt. 
expressionistische Weltverzerrung


Das besondere am Film ist die Darstellung, die in besonderem Maß zu berücksichtigen ist. Denn ähnlich wie auch Frank Miller bediente der Regisseur sich hier einer Technik namens Motion Capture, die es ermöglichte das Material vollständig auf die Farben Schwarz und Weiß zu reduzieren. Ein solches Verfahren verlangt es die wesentlichen Merkmale genau herauszuarbeiten. Durch die angewandte Technik erinnern die Bilder an die Holz- und Linoleumschnitte eines Frans Masereels, einem Künstler des Expressionismus. Actionreiche Szenen in schwarz-weiß unter dem Einfluss einer expressiven Darstellung der futuristischen Großstadt Paris. 

Die Handlung des Filmes ist zugegebener Maßen nicht besonders innovativ. Und so schreibt auch die Kritik: vertraut und ideenarm. Ideenreich sind allerdings die Szenen, die der Regisseur in seinem Erstlingswerk abbildet.
expressionistische Darstellung der GroßstadtDas Bild mit dem Auge zeigt beispielsweise einen Überfall auf die junge Wissenschaftlerin, gespiegelt im Auge eines Hundes. Auch die Nachtszenen erinnern stark an Szenen des klassischen Noirs der 50er Jahre. Und man darf gespannt sein welche Projekte noch Folgen werden, angesichts diesem ästhetisch durchaus gelungenem Werk. Mir war in jedem Fall eine Erwähnung wert.
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