Night and the City (1949) – Irwin Winkler

Film Noir Night and the CityHarry Fabian ist ein gerissener Gauner. Vielleicht ein etwas zu gerissener, denn Fakt ist, er hat mit jedem in London schon seine krummen Spielchen getrieben. Er ist ein Herumtreiber und Gelegentheitsgangster. Immer auf der Suche nach einer Chance, die ihm ein besseres Leben beschert. Doch auf dem sauberen Weg ist ihm das versagt. Und so bestielt er sogar seine Kollegen aus dem Milieu. Niemand ist mehr besonders gut auf ihn zu sprechen. Durch seine verrückten Ideen vom schnellen Geld kommt er dazu einen Boxclub aufzumachen, von dem Geld, das er anderen versprochen hat. 
Expressionism

Er bestielt die Frau eines Partners, die auf ebenso naive Weise glaubt, sich durch Fabians vielversprechenden Worte von ihrem Gönner loszusagen. Jedoch verfolgt Fabian seine eigenen Pläne, er versetzt ihr Geld, das sie ihm gab, um für sie eine Lizenz zu erwerben von der sie sich erhofft bald auf eigenen Beinen stehen zu können. Fabians Anstrengungen, und seien sie noch so klug durchdacht, sind immer zum Scheitern verurteilt. Ihm gelingt es zwar seinen Fightclub zu eröffnen, allerdings wider Willen eines schon bestehenden eines Boxmanagers der Unterwelt, der ihn dies schließlich teuer bezahlen lässt. 

expressionistischer Film Noir

Auch jeder noch so kleine Lichtblick auf den nassen Straßen Londons erweist sich für Fabian bei näherem Hinsehen nur umso mehr als Reflexion des Laternenlichtes in einer dreckigen Ölpfütze. Und als er schließlich umso mehr auf den Rückhalt seiner Kompanen der Unterwelt hofft, stürzen diese ihn für ein Kopfgeld, dem keiner von ihnen widerstehen kann. Und so führt er schließlich nur eine Prophezeiung zu Ende, die ihm bereits jemand zu Beginn seiner Machenschaften mitgeteilt hat: „Obwohl du alles hast, bist du doch ein toter Mann Harry Fabian!“

Winkler Film Noir

Ein Noir-Film, der schon dem Titel nach (Originaltitel: Night and the City, dt. die Nacht von Soho) verrät was sich hinter der Fassade Fabians abspielt. Er ist leer, unfähig sein bereits vorbestimmtes Leben unter seine eigene Kontrolle zu bringen. „Ein kleiner Stoß und alles war kaputt“, resümiert er letztendlich im Angesicht des Todes. Die Nacht und die Großstadt haben ihn längst vereinnamt, eine Flucht war und ist nie möglich gewesen. Jeden Schritt den Fabian tut, verstrickt ihn immer mehr im Gespinnst von Lügen und Verderben. Selbst als er bereits verloren ist, die halbe Unterwelt auf ihn Jagd macht, glaubt er entkommen zu können. Und so steht er wie zu Anfang der Handlung als Nichtsnutz, der versuchte alle Leichtgläubigen auszunutzen, da, ohne aus seinen Fehler gelernt zu haben.