Kino/Film der 80er

Jedes Jahrzehnt bietet uns seinen eigenen Stil, seine eigene Sprache und Darstellung des Films. Auch die technischen Entwicklungen der jeweiligen Zeit machen sich in den Kinofilmen bemerkbar. Von diesen waren die 80er Jahre geradezu beflügelt. Während man im Kino der 70er noch erste Gehversuche feierte (wie Star Wars), so scheint es, als ob das folgende Jahrzehnt voll im Bann der Computertechnik steht. Sowohl in Bezug auf die neuen Möglichkeiten, wie auch die Themen und Motive, um die sich die Filme der 80er drehen. 

Es ist das Jahrzehnt vieler neuer Genres wie dem Cyberpunk. Nebenher erfreut sich die Generation auch an einem Unterhaltungskino, dessen Helden heute paradigmatisch für eine Generation stehen. Niemand hat die großen Streifen mit Größen wie Sylvester Stallone (Rocky, Over the top, Cliffhanger) und Al Pacino (Scarface) vergessen. Heute haben sie Trash- und Kultstatus erreicht. 

Die Themen des Kinos der 80er sind zu vielschichtig, als dass man sie hier im Detail vorstellen könnte. Respektiv erscheinen die Filme aber alle in einem Licht. Sie bieten uns atemberaubende Bilder, es gibt viel Action, die jede eitle Tiefsinnigkeit vergangener Filme vergisst. Doch so flach, wie das Kino der 80er zu sein scheint, ist es in keinem Fall. Hinter aufwendigen Produktionen, die vor allem durch Bildgewalt bestechen, stehen oftmals tiefgründige Geschichten, die aber durch ihren vordergründigen Unterhaltungswert in den Hintergrund gerückt sind. 

Das Thema technischer Fortschritt manifestiert sich aber nicht nur in den Special Effects. Auffallend viele Regisseure und Drehbuchautoren wollen sich tiefer mit diesem Thema auseinandersetzen. Dabei gehen sie visionär an ihre Stoffe und lassen in ihren Welten keine Grenzen zu. Es entstehen eine Reihe von Filmen, die das angehende Zeitalter der Computerisierung in sich aufsaugen und alle erdenklichen Szenarien konstruieren. Filme wie Terminator (1984) oder Robocop (1987) sind hier ein Paradebeispiel. Aber auch in vielen anderen Streifen versucht man sich eine Zukunft vorzustellen, die den Menschen zum Greifen nahe scheint. Fliegende Autos, Mensch-Maschinen und Cyberspace. 

Damit wächst in den 80ern immer mehr das Interesse an einem Kino der Illusionen, in denen alle Grenzen aufgelöst werden können. Denn erstmals erscheint es möglich alles darzustellen, alles auszuprobieren, auf der Leinwand wohlgemerkt. Dadurch feiert immer wieder vor allem die Science-Fiction eine gewaltige Blüte. In den 80ern entstanden heutige Klassiker wie:

Aliens (1986), Total Recall (1990), Dune (1984), Star Wars Episonde 4 (1983), E.T. der Außerirdische (1982) und Zurück in die Zukunft (1985). Diese Filme bieten mit ihrer Handlung erstmalig den Raum für gewaltige Bildfeuerwerke und ausgiebigen Experimenten mit Spezialeffekten. Auch im Genre der Actionfilme, die sich in der 80ern sehr großer Beliebtheit erfreuen, wird davon Gebrauch gemacht. 

Verantwortlich für diese Entwicklungen sind vor allem die Filme Hollywoods. Hier sind die Größen Spielberg und George Lucas zu nennen. Denn wie auch heute, sind für derartige Effekte unglaubliche Mengen Kapital erforderlich, weshalb es für kleine Studios kaum möglich war, in den 80ern mit den atemberaubenden Bildern Hollywoods mitzuhalten. Damit gewann der Film vor allem an ästhetischer Qualität und es lassen sich auch unzählige Beispiele finden, in denen nur auf diesen Aspekt das Augenmerk gelegt wurde. Man probierte sich aus und der Zuschauer wurde süchtig nach den sich immer wieder übertreffenden Effekten der großen Kinos. Heute hat sich an diesem Umstand meiner Meinung nach wenig geändert. Insgesamt finde ich das ein wenig Schade, denn Animationstechnik ist heute eine erschwingliche Sache geworden, sodass der Fokus ein wenig mehr auf die Qualität der Geschichten, die der Film erzählt gelenkt werden könnte. Das Kino der achtziger Jahre markiert für mich die Geburt eines reinen Unterhaltungskinos, das versucht, nur noch durch Bildkraft zu bestechen. 

Doch die Oberflächlichkeit des Filmes der achtziger Jahre kann auch zum Trugbild werden. David Lynch dreht seinen Blue Velvet (1985). Ein Film, der den Zuschauer bewusst durch die Bildkraft der Filme der 80er irre führt. Lynch zu seinem Film: „er führt unter die Oberfläche einer amerikanischen Kleinstadt, aber es ist auch eine Reise ins Unbewusstsein oder an einen Ort, wo man mit Dingen konfrontiert wird, denen man sich normalerweise nicht stellt.“

Damit obliegt die Entscheidung ganz allein beim Zuschauer, wie viel er aus dem Kino der 80er-Jahre herausliest. Denn Oberflächen zeigen zwar offensichtliches, verbergen aber auch Wesentliches.