Die 12 Geschworenen (1957) – Sidney Lumet

Stadtmotiv Film NoirEin Film aus dem Jahr 1957. Er beginnt mit dem Ende einer Gerichtsverhandlung. Was zunächst ungewöhnlich ist, denn der Zuschauer wird im Unklaren darüber gelassen, welchen genauen Verlauf die Verhandlung nahm. Bekannt wird lediglich ihr Ausgang. Ein Jugendlicher, gerade 18 Jahre, soll zum Tode verurteilt werden, weil er einen Mord begangen haben soll. Die Beweise sind ziemlich eindeutig, jedenfalls scheint es so. Es findet sich eine Jury zusammen, die darüber entscheiden soll, ob das Urteil vollstreckt werden soll, oder nicht. Dabei gilt die Prämisse, dass eindeutige Einigkeit innerhalb der Gruppe herrscht. 
Film Noir, GrossstadtmotivElf dieser zwölf Personen stimmen ohne langen Umschweif für schuldig. Nur ein Mann bleibt hartnäckig. Dabei zweifelt er nie die Schuld des Angeklagten an, er bedauert vielmehr den Umstand, sich nicht vollständig sicher zu sein, ob er wirklich schuldig ist. Dies wird zur zentralen Frage des Filmes. Nach und nach gelingt es ihm, die anderen ins Schwanken zu bringen. Dabei spielen nicht selten die persönlichen Schicksale der Geschworenen eine Rolle. Ein Film, dessen Handlung sich ausschließlich in einem Raum vollzieht. Die gesamte Handlung des Filmes findet in der Diskussion über die Fragen nach der Schuld des Angeklagten statt. Dabei werden verschiedene Darstellungsmittel eingebaut. 
Expressionismus, GroßstadtIndem sich die Diskussion immer weiter erhitzt, beginnen auch die Geschworenen geradezu auf absurde Art und Weise zu schwitzen. Schließlich zieht ein reinigendes Gewitter auf, dass zumindest den meisten eine Läuterung verspricht. Tief im Hintergrund des Beratungszimmers leuchtet die unüberschaubare Silhouette der Großstadt auf. Ihr Akteure in diesem Raum, erzählen die Geschichte dieser Stadt, ohne  direkt in ihr zu agieren. Die Diskussion gleicht einem psychologischen Diskurs über verschiedenste Schicksale, Freuden und Leiden eines Menschen, der in einer Welt lebt, die nicht mehr so überschaubar ist, wie er sich erhofft.
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