City Farming

Auf und über den Dächern der Stadt: 
Der britische Naturforscher Darwin hat einmal gesagt: „Alles was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.“ Ob eine solche Aussage, im heutigen Kontext, noch als wahr zu gelten hat, ist fraglich. Längst bedient sich die Forschung in Bereichen der Biologie und Genetik, neuer und bisweilen sogar als klassisch zu bezeichnenden Theorien, um sich der Natur habhaft zu machen.  Ob wir uns den Grenzen dieser Entwicklungen bewusst sind, steht auf einem ganz anderen Blatt. 
Unsere künstliche Welt wächst, und mit ihr der ständige Nahrungsbedarf. Es ist kein Geheimnis mehr, dass man bereits an Strategien arbeitet, einer zukünftigen „Übervölkerung der Erde“ entgegen zu wirken. Manche, wie auch ich, halte solche Szenarien für unmöglich. Wie soll schließlich die Menschheit, die Erde überbevölkern, wenn von vornherein ein Versorgungsproblem stattfindet. Aber Studien wollen herausgefunden haben, dass unser Bedarf in 40 jahren an Lebensmitteln um 60 Prozent steigen wird. Irgendwie muss man also Herr der Lage werden. Denn ohne Versorgung, kein Nachwuchs. Schon Thomas Robert Malthus hat gezeigt, wie leicht man irren kann. Woher wissen wir, wovon wir in Jahrhunderten leben werden.
Doch es spielt bereits, in einigen Großstädten der Welt, eine Zukunftsmusik, die vielversprechend klingt. Möglicherweise auch für die Ökofreaks unter den Städtern. Seit Jahren entwickelt man, und das mittlerweile erfolgreich, an Konzepten, die Stadt selbst, – wieder – zum Land zu machen. Die künstliche Erweiterung der Lebensräume durch Hochhäuser, legt ebenso nahe, völlig autonome Räume zu schaffen. Was im Film noch als gespenstische Zukunftsvision
à la Arkologie daherkommt, ist schon realer, als man denken mag. 
Pflanzen wachsen und Gedeihen auf den Dächern unserer Hochhäuser. Und das mithilfe gereinigten Abwassers, von dem die Großstadt mehr als genug erzeugt, und der Abwärme der Gebäude. Zusätzlich wird CO2 durch die Pflanzen gebunden. 
Was man dort plant, ist eine vollständige „urbane Landwirtschaft“. Schon das Wort beinhaltet eigentlich einen Widerspruch. In Deutschland träumt man noch, aber anderorts wird schon fleißig experimentiert. Die Vorteile sind klar. Einerseits verarbeitet man die Energie, die die Großstadt in Form von Wärme abgibt. Der Kreislauf wird um einen Schritt mehr geschlossen.  Außerdem ist der Weg zum Verbraucher kürzer. Es sinken also zudem Transport-, Lager– und damit Produktionskosten. Und im Prinzip ist jeder, der auf seinem Balkon Tomaten und anderes Gemüse züchtet, schon ein kleiner städtischer Gärtner. Diese einfache Bestrebung urbaner Schrebergärtner wurde einfach nur weitergedacht. Selbstverständlich handelt es sich um Konzepte und Visionen. Aber einen Bedarf scheint es tatsächlich zu geben, oder es entwickelt sich gerade ein solcher. Laut einer Studie beteiligen sich bereits 800 Millionen Menschen an urbaner Landwirtschaft. Was genau und Beteiligung zu verstehen ist, kann ich an dieser Stelle auch nur erahnen. Jedenfalls klingt es ganz schön wichtig!
Das ganze ist auch ein riesiger Arbeitsmarkt. Und die Bauern sind auch nicht mehr so alleine. Vielleicht spielen sich schon bald einschlägige Serien über einsame SingleBauern auf den Dächern New Yorks ab. Es werde grüner auf den Dächern unserer Großstädte!